ERÖFFNUNG DER NEUEN SCHULE


Großes Schulfest am 17. November 2000

Langatmig formuliert ist der offizielle Einladungstext, denn dort heißt es : 

EINLADUNG ZUR FEIERLICHEN ÜBERGABE UND EINWEIHUNG DES I:BAUABSCHNITTES ZUBAU TURNSAAL MIT KLASSEN DES II:BAUABSCHNITTES GENERALSANIERUNG UND ERWEITERUNG DES III:BAUABSCHNITTES MEHRZWECKSAAL UND AUSSENANLAGEN BUNDESGYMNASIUM UND BUNDESREALGYMNASIUM LIENZ

Damit ist zunächst der Anlass genau umrissen: Das Gebäude des Gymnasiums Lienz wurde nicht nur generalsaniert, sondern durch Erweiterungs- und Zubauten den Erfordernissen, die ein moderner Schulbetrieb mit sich bringt, angepasst. Die Bausumme betrug insgesamt 144,1 Mio Schilling. Betrachtet man die Baudokumentation im Foyer zum neu errichteten Festsaal, erkennt man auch den politischen Willen und das Bekenntnis zu Bildung, die die treibenden Kräfte dafür waren, dass das von Architekt DI Hans Buchrainer entworfene Gebäude 1960 feierlich seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Nach einer wahren Odyssee -legendär klingen beinahe schon die Erzählungen ehemaliger Schüler aus der Zeit, als das Gymnasium von 1950 bis 1960 in der Kaiser- Franz-Josef Kaserne untergebracht war, sah der damalige Unterrichtsminister Dr. Heinrich Drimmel die Aufgabe des Gymnasiums darin Mittelpunkt und Ausstrahlungspunkt des geistigen Lebens eines Landes zu werden, das nur in einem bestimmten, in einem begrenzten Sinn des Wortes Grenzland" ist."

 4o Jahre später, am 17. Nov. 2ooo, dem Tag der feierlichen Übergabezeremonie, warnte der Amtsführende Präsident des Landesschulrates, HR Dipl.VW Sebastian Mitterer, davor, die bisherige Aufgabe, den Schülern Allgemeinbildung beizubringen, zu verlassen und den Weg der Höheren Technischen Lehranstalten oder Handelsakademien einzuschlagen." Zu dieser Aussage hatten ihn gewiss nicht nur die in der Sonne spiegelnde, so technisch wirkende Aluminiumfassade, sondern auch die vielfach erhobene gesellschaftliche Forderung , den wirtschaftlichen Nutzen einzelner Fächer zu diskutieren , gedrängt. Dass das Gymnasium Lienz eine Bildungsanstalt ist, in der Sinne und Herz angesprochen werden, davon konnten sich in der Feierstunde alle geladenen Gäste - Frau Bürgermeister Helga Machne, Helmut Krieghofer, Abgeordneter zum Tiroler Landtag, HR Dr. Anton Neururer, Amtsdirektor des Landesschulrates, HR. DI Ewald Flir, Abteilungsvorstand Hochbau, Amt der Tiroler Landesregierung, Architekt DI Georg Steinklammer, Ing. Horst Wiesflecker, Baumeister, Stadtpfarrer Consiliarius Eduard Niederwieser und Hans Hecht, evangelischer Pfarrer, Direktorinnen und Direktoren der höheren Schulen sowie der Volks- und Hauptschulen, Andreas Leitner, Obmann des Elternvereines, alle Professorinnen und Professoren des Gymnasiums, Vera Mair, Schulsprecherin sowie die Schülervertreter vonder 1. bis zur 8. Klasse, um stellvertretend einige zu nennen, überzeugen und sich daran erfreuen. 

 

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Die von Prof. Oswald Kranebitter für diesen feierlichen Anlass komponierte Fanfare Gym 2000" bildete den Auftakt des großartigen musikalischen Programmes :J.Williams Olympic Spirit" - Blasorchester unter der Leitung von Prof. Oswald Kranebitter; G.F. Händel Halleluja" - Oberstufenchor, Leitung Prof. Dr. Martin Brunner; Europa Hymne"Ode an die Freude" -Oberstufenchor, Ltg. Prof.Dr. Martin Brunner; Bundes- und Landeshymne, Marschmusik. Prof. Maria Rogl hatte mit ihrem Unterstufenchor die Festgäste stilgerecht bereits beim Eingang musikalisch empfangen. Die Tanzeinlage zum Soundtrack des James Bond Streifens Golden eyes" brachte den Zuschauern einen ästhetischen Genuss, die Jesus Szene" Nachdenklichkeit. In Szene gesetzt wurden diese Programmteile von Prof. Irmgard Rohner. In dieser Feierstunde empfand ich persönlich große Freude und Dankbarkeit, zu dieser Schulgemeinschaft gehören zu dürfen. Meiner Meinung nach lag in der musikalischen Umsetzung viel Symbolkraft für die Zukunft des BG/BRG Lienz : Mit Respekt und Engagement musizierten Schüler und Lehrer, unterstützt von einzelnen Eltern, gemeinsam, und auf diese Leistung kann man wirklich stolz sein. 

Dem Übergabefest folgte am nächsten Tag, dem 18. Nov. 2000, der Tag der offenen Tür", an der die Schule" ein interessantes und breit gefächertes Programm bot. Hinter dem einfach klingenden Ausdruck Schule" verbirgt sich viel Arbeit , Arbeit , die von Kolleginnen und Kollegen geleistet wurde: Ideen müssen entwickelt, Schüler dafür begeistert und gewonnen werden, Proben neben dem Schulalltag eingerichtet und organisatorisch umgesetzt werden. Freilich war die Hektik und Anstrengung in der Vorbereitungsphase groß, die Freude und das Zusammengehörigkeitsgefühl jedoch überwältigend. Die Zahl der Gäste, die durch das weit offenstehende Schultor strömte, übertraf all unsere Erwartungen. Danken möchte ich an dieser Stelle aber auch noch meinen Vorgängern , den Direktoren HR Paul Unterweger, HR Emil Erhart und HR Dr. Ewald Kirchner. Sie haben sich in ihrer Amtszeit stets für die Generalsanierung eingesetzt , in Dr. Kirchners Zeit fiel dann die gesamte Umbauphase mit all ihren Schwierigkeiten. So bleibt uns allen die Erinnerung an diesen wunderbaren Tag, an die Hochstimmung, in die uns das exzellent vorgetragene Musikprogramm und die anmutige Tanzszene versetzte. Ein herzliches Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben, den 17. November 2000 zu einem ganz besonderen Tag in den Annalen der Schulgeschichte des Bundesgymnasiums und Bundesrealgymnasiums zu machen !


Dir. Dr. Ulli Strobl